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Eltern und Forschende fragen sich seit Jahren, ob die Ernährung Einfluss darauf hat, wie Kinder in der Schule abschneiden. Dabei richtet sich die Aufmerksamkeit häufig auf Omega-3. In diesem Blog erfährst du, was wir über Omega-3 bei Kindern und ihre kognitiven Fähigkeiten wissen.
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Das Gehirn besteht größtenteils aus Fettgewebe, von dem etwa 35 bis 40 Prozent aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren bestehen. Omega-3-Fettsäuren sind dabei ein wichtiger Bestandteil. Vor allem DHA (Docosahexaensäure) kommt in hohen Konzentrationen im Gehirngewebe vor. Diese Fettsäure ist Bestandteil der Zellmembranen von Nervenzellen und spielt eine Rolle bei der Signalübertragung zwischen Neuronen.1
In der Kindheit entwickelt sich das Gehirn in hohem Tempo. Da DHA ein Baustein von Gehirnzellen ist, spielt die Ernährung in dieser Phase eine wichtige Rolle. Omega-3-Fettsäuren sind nämlich essenziell: Der Körper kann sie nicht selbst bilden und ist daher vollständig auf das angewiesen, was Kinder über ihre Ernährung aufnehmen.
Es wurde bereits recht viel zu Omega-3 und Kognition bei Kindern geforscht. So haben Forschende die möglichen Auswirkungen von Omega-3 auf Leseleistungen, Gedächtnis, Konzentration und Sprachfähigkeit untersucht.
Im Vereinigten Königreich wurden fast 500 Grundschulkinder im Alter von 7 bis 9 Jahren auf Omega-3-Blutwerte und schulische Leistungen untersucht.2 Kinder mit niedrigeren DHA-Werten im Blut erzielten im Durchschnitt geringere Werte in Lesetests. Auch beim Arbeitsgedächtnis zeigte sich ein ähnliches Muster: Bei niedrigeren DHA-Spiegeln schnitten die Kinder dort schwächer ab.2
Eine italienische Studie mit 42 Kindern stützt dies.1 In dieser Untersuchung zeigte sich, dass das Verhältnis zwischen Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren im Blut mit der Lesegeschwindigkeit zusammenhing. Kinder mit einem günstigeren Verhältnis dieser Fettsäuren lasen insgesamt flüssiger.1
Diese Art von Untersuchungen deutet auf einen Zusammenhang hin. Das ist wertvoll, auch wenn man wissen sollte, dass mehrere Faktoren eine Rolle spielen können. Kinder mit höheren Omega-3-Werten ernähren sich zum Beispiel oft insgesamt etwas gesünder.

Auch Aufmerksamkeit und Verhalten scheinen mit dem Omega-3-Status zusammenzuhängen. Niedrigere DHA-Blutwerte kommen bei Kindern mit Verhaltensproblemen wie oppositionellem Verhalten und emotionalen Schwankungen häufiger vor, legt die frühere britische Studie nahe.2
Ein systematischer Review von Studien aus den Jahren 2000 bis 2022 zeigte, dass eine Omega-3-Supplementierung bei einigen Kindern kurzfristige Verbesserungen der visuellen Aufmerksamkeit und des Arbeitsgedächtnisses bewirkt. Gleichzeitig fanden längst nicht alle Studien solche Effekte, weshalb das Gesamtbild gemischt ist.3 Mehrere Untersuchungen liefern jedoch Hinweise darauf, dass Omega-3-Status und Aufmerksamkeit zusammenhängen.
Die Ergebnisse unterscheiden sich je nach Studie, was bedeutet, dass wir mit Schlussfolgerungen vorsichtig sein sollten.
Bei kleinen Kindern mit einer Sprachverzögerung wurde ebenfalls nach Omega-3 geschaut. In einer ägyptischen Pilotstudie wurden 220 Vorschulkinder im Alter von 3 bis 4 Jahren mit einer spezifischen Sprachstörung untersucht.4 Alle Kinder erhielten Sprachtherapie, die Hälfte bekam zusätzlich eine Omega-3-Supplementierung. Nach 16 Wochen verbesserte sich die Sprachfähigkeit in beiden Gruppen, wobei der Fortschritt bei den Kindern, die Omega-3 erhalten hatten, größer war.4
Die Studie legt nahe, dass Omega-3 neben der Sprachtherapie möglicherweise eine unterstützende Rolle spielen kann, zumindest bei Vorschulkindern mit einer Sprachverzögerung. Größere und breiter angelegte Forschung muss noch zeigen, ob dieser Effekt auch bei Kindern ohne Sprachprobleme sichtbar ist.

Aus einer Übersichtsarbeit geht hervor, dass offenbar nicht jedes Kind gleichermaßen von Omega-3 profitiert.5 Kinder, die zu Beginn bereits einen niedrigen Omega-3-Status haben, zeigen nach einer Supplementierung häufiger positive Effekte. Auch bei Kindern mit Lernschwierigkeiten oder Aufmerksamkeitsproblemen wurde geforscht, mit wechselnden Ergebnissen.5
Auch die Menge an Omega-3, die Kinder aufnehmen, scheint einen Einfluss zu haben. Forschungsergebnisse zeigen, dass eine tägliche Aufnahme von mindestens 450 mg DHA und EPA häufiger mit spürbaren Effekten auf kognitive Funktionen zusammenhängt. Vor allem wenn der sogenannte Omega-3-Index (der Anteil von Omega-3 in den roten Blutkörperchen) über 6 Prozent liegt, werden häufiger positive Ergebnisse gesehen.5
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sowohl der Ausgangswert als auch die Menge an Omega-3 den Effekt beeinflussen. Da jedes Kind anders reagiert, können die Ergebnisse je nach Studie variieren.
Die wissenschaftliche Evidenz zu Omega-3 und schulischen Leistungen bei Kindern ist differenziert. Systematische Reviews beschreiben das Gesamtbild als “gemischt”: Es gibt Hinweise auf positive Effekte, vor allem bei bestimmten Gruppen und bei ausreichender Dosierung, aber längst nicht alle Studien kommen zu denselben Ergebnissen.3,5 Methodische Unterschiede zwischen den Untersuchungen, etwa unterschiedliche Messinstrumente und Studiendauern, erschweren ebenfalls eindeutige Schlussfolgerungen.
Wenn man die Studien nebeneinanderstellt, zeigt sich, dass Omega-3-Status und schulische Leistungen offenbar zusammenhängen. Das ist noch kein Beweis dafür, dass zusätzliches Omega-3 immer hilft, gibt aber eine Richtung vor.
Du hast jetzt einen Eindruck davon, was die Wissenschaft über Omega-3 bei Kindern sagt. Muss man als Elternteil daraus etwas ableiten? Omega-3 über die Ernährung ist in jedem Fall wertvoll für die allgemeine Gesundheit deines Kindes. Unabhängig davon, was es für schulische Leistungen bewirkt oder nicht.
Fetter Fisch bleibt die beste Quelle für DHA und EPA. Lachs, Makrele, Hering und Sardinen enthalten die höchsten Konzentrationen an Omega-3-Fettsäuren. Das Ernährungszentrum empfiehlt, Kindern wöchentlich Fisch zu geben, vorzugsweise fetten Fisch. Mehr dazu liest du in unserem früheren Blog über die Bedeutung von Omega-3 für Kinder.
Nicht jedes Kind isst gerne Fisch, und das ist überhaupt nicht schlimm. Es gibt nämlich auch pflanzliche Quellen für Omega-3, wie Leinsamen, Chiasamen und Walnüsse. Diese liefern zwar eine andere Form als die Fettsäuren aus Fisch, tragen aber dennoch zur gesamten Omega-3-Aufnahme bei. Der Körper kann einen Teil davon in DHA und EPA umwandeln, wenn auch nur in begrenztem Maße. Lies auch unseren Blog: wo ist Omega 3 enthalten?
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Vitamintest jetzt startenDie Forschung zu Kindern, Omega-3 und Lernen befindet sich noch in intensiver Entwicklung. Was wir wissen, ist, dass Omega-3-Fettsäuren wichtig für das Gehirn sind. Wie groß ihr Einfluss auf schulische Leistungen ist, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit Augenmerk auf Omega-3-Quellen ist in jedem Fall eine gute Grundlage für die Entwicklung.
