Die erste Gelegenheit, dass Bob den Namen 'Vitaherb' hörte, saß er mit seinen Eltern Hans und
Elly und seinen Schwestern
Jessica und Amée im Auto. Sie fuhren von einem Skiurlaub in Frankreich zurück. Elly hatte gerade beschlossen, ein eigenes Nahrungsergänzungsmittelunternehmen zu gründen, und die Familie dachte unterwegs über einen passenden Namen nach. Jessica ist fest davon überzeugt, dass sie 'Vitaherb' erfunden hat. Bob denkt, dass ein Kunde von Elly den Namen vorgeschlagen hat – eine Kombination aus 'Vita' (Vitamine) und 'Kraut' (aus der Traditionellen Chinesischen Medizin). Was auch immer die Quelle war: während dieser Autofahrt waren sie sich einig. Vitaherb sollte es werden.
Am 1. Mai 2000 wurde Vitaherb offiziell gegründet. Zunächst half Bob gelegentlich mit. Sein Leben war gefüllt mit Nebenjobs: Zeitungen ausliefern, bei der BP-Tankstelle putzen, Hamburger bei McDonald’s braten und im Sommer Zwiebeln schälen. Aber im Herbst 2003 fragte Elly, ob er etwas fester arbeiten könnte. Vitaherb begann zu wachsen. Mehr Bestellungen, mehr Verwaltung – zusätzliche Hände waren nötig. Und so wurde Bob mit sechzehn der erste offizielle Mitarbeiter des Unternehmens.
Als seine Eltern im Urlaub waren, übernahm Bob nach der Schule die Bestellungen. Mit seinem Roller fuhr er dafür zur Post in Lisse. Doch wenn es besonders viele Pakete waren, nahm er heimlich den Lieferwagen seiner Eltern – obwohl er keinen Führerschein hatte.
Eines Tages kam er auf die Idee, seinen Roller im Laderaum des Lieferwagens mitzunehmen. Bei einer plötzlichen Bremsung wurde der Roller jedoch nach vorne geschleudert und durchbrach die Trennwand. Gemeinsam mit seiner Schwester Amée reparierte Bob den Schaden so gut es ging. Zunächst schien alles unbemerkt zu bleiben.
Doch als seine Eltern zurückkamen und die Voicemails der Kund:innen abhörten – damals wurden Bestellungen und Fragen oft auf den Anrufbeantworter gesprochen – tauchte plötzlich eine merkwürdige Nachricht auf: Bob hatte versehentlich selbst eine Voicemail hinterlassen, in der er seinen Freunden den ganzen Vorfall schilderte. Spätestens da war klar: Er steckte in großen Schwierigkeiten.
Im Jahr 2004 wurde Vitaherb groß genug, um die Familie zu ernähren. Hans konnte seinen Job kündigen und sich auf die interne Organisation konzentrieren. Elly widmete sich der Produktentwicklung, dem Schreiben von Büchern und dem Aufbau eines Netzwerks mit Therapeuten und Einzelhändlern. Das Lager zog vom Schlafzimmer in zwei kleine Geschäftsräume in Lisse um und später in ein Gebäude in Nieuw-Vennep – zunächst viel zu groß, aber schnell gut gefüllt.
In den folgenden Jahren kamen neue Initiativen hinzu: ein Verlag, Webshop, eine zweite Marke für Nahrungsergänzungsmittel. Aber das echte Wachstum blieb aus. Der Jahresumsatz stagnierte zwischen 350.000 und 400.000 Euro. Während seines Studiums machte Bob Bekanntschaft mit dem Modell The Five Stages of Small Business Growth von Churchill & Lewis. Er erkannte es sofort: Vitaherb steckte in der Phase des kreativen Wachstums fest, war aber in einer "Krise der Führung" verstrickt. Die zweite Wachstumsphase nennt dieses Modell "Wachstum durch Richtung", Bob erkannte, dass Fokus nötig war. Er besprach es mit Elly. Das wurde der Wendepunkt.
Im Jahr 2009 beschloss Elly, alle anderen Unternehmen und Aktivitäten einzustellen. Volle Konzentration auf Vitaherb. Diese Entscheidung läutete die zweite Wachstumsphase des Unternehmens ein. Gemeinsam erstellten Bob und Elly einen strategischen Fünfjahresplan mit dem Ziel: einen Umsatz von einer Million Euro im Jahr 2015. Das bedeutete fast eine Verdreifachung. Damals schien es fast unerreichbar. Aber es gelang – dank einer klaren Strategie, die auf Wissen, Qualität und Beratung ausgerichtet war.
Ab 2015 übernahm Bob schrittweise das Zepter von Elly. Seitdem wächst Vitaherb im Durchschnitt um 50 % pro Jahr. Jedes Jahr wird der Fünfjahresplan angepasst, verfeinert und in konkrete Ziele übersetzt. Die Kernwerte – Wissen, Qualität und Beratung – bilden nach wie vor das Fundament der Marke. Wissen, weil jedes Produkt aus Forschung und Praxis hervorgeht. Qualität, weil Vitaherb nur das Beste auf dem Markt einführt – und das auch noch zu einem guten Preis. Und Beratung, weil Gesundheit über ein Produkt hinausgeht – es geht um Lebensstil, Bewegung und Begleitung. Deshalb arbeitet Vitaherb eng mit Fachleuten im Gesundheitswesen zusammen.
Bob hat jeden Teil des Unternehmens durchlebt: vom Kommissionieren bis zur Produktentwicklung, vom Kundenservice bis zu finanziellen Analysen. Inzwischen steht ein Team von Spezialisten an der Spitze jedes Bereichs der Organisation. Bob steuert mit Vision, Strategie und allgemeiner Taktik – mit immer mehr Abstand zum täglichen Geschäft, aber immer mit Engagement für das große Ganze.
Wo einst während einer Autofahrt auf der Rückbank ein Name erfunden wurde, wird heute an einer Marke mit europäischen Ambitionen gearbeitet. Bob ist nicht nur CEO eines erfolgreichen Familienunternehmens – er ist ein Unternehmer mit einer Mission. Sein Ziel: Vitaherb zur unbestrittenen Marktführerin in den Niederlanden auszubauen. Und danach? Europa erobern. Mit Wissen. Mit Qualität. Mit Beratung.